Mittwoch, 1. August 2018

Kia ora aus Mittelerde



Weite grüne Wiesen, Berge so weit das Auge reicht, heiße Quellen umrahmt von Regenbögen und Schafe, viele Schafe! So begrüßte uns Neuseeland als wir unsere Tour mit dem Camper quer durch das Land starteten. Eine atemberaubende Landschaft, die nur noch dadurch schöner wurde, da mich Freunde von daheim besuchten. 

Unser Abenteuer auf der Nordinsel von Neuseeland beginnend, führte unsere Reise von Auckland nach Mittelerde zum Filmset von ‚Herr der Ringe‘ und ‚Der Hobbit‘. Ich dachte nur einige Kulissen und Requisiten vorzufinden, aber ‚Auenland‘ ist tatsächlich wie ein kleiner Ort zwischen grünen weiten Hügeln mitten im Nirgendwo von Neuseeland. Doch das ist nur einer von nicht wenigen Orten, welcher sich als Filmkulisse anbietet. Auf unserer Wanderung zur weltweit größten heißen Quelle, dem Frying Pan Lake, sah man bereits von weitem dampfende nach Schwefel riechende Wolken über den Wäldern aufsteigen. Das vulkanische Gebiet – auch Waimangu Volcanic Valley genannt – entstand durch den Ausbruch des Mt. Tarawera 1886 und beeindruckt mit zahlreichen Geysiren, rauchenden Erdspalten und heißen Gewässern. Es sah aus wie im Film, wie sich die Nebelschwaden über Wälder, Täler und Seen zogen; heiße Wasserfontänen aus der Erde spritzten und siedende Flüsse mit bunten Ablagerungen sich über den schlammigen Boden schlängelten. Neben diesem findet man in Neuseeland einige weitere aktive Vulkane, wie den Mt. Ngauruhoe, welcher auch als Schicksalsberg aus ‚Der Herr der Ringe‘ bekannt ist. Bunte karge Sträucher, von grünem und rotem Moos bewachsene Steine, über Hügel führende weite Wege und schneebedeckte Berge am Horizont prägen das zum kulturellen Erbe der Maori (die Ureinwohner Neuseelands) gehöhrende Landschaftsbild. 
'Auenland'
 
'Frying Pan Lake': weltweit größte heiße Quelle
Mt. Ngauruhoe: Schicksalsberg aus 'Der Herr der Ringe'

Von einem Naturspektakel zum nächsten wartete ein ganz besonderes Abenteuer im Ruakuri Cave – auch als Glühwürmchenhöhle bekannt – auf uns. Mit Neoprenanzug, Helm und Reifen ausgestattet kletterten und rafteten wir drei Stunden durch eine dunkle von Wasser durchspülte Felshöhle. Sich in den schmalen Gängen der Höhle treiben lassend, konnte man unzählige kleine blaue Lichter an der Decke bestaunen. Das Lichtermeer, das an einen Sternenhimmel erinnerte, kommt von kleinen Glühwürmchen, welche den ganzen Weg bis zum Tunnelausgang zierten. Es war unglaublich, was die Natur hier tausende Jahre geformt hat. 
 
Foto: The Legendary Black Water Rafting Co.
Foto: The Legendary Black Water Rafting Co.

Doch nicht nur die Nordinsel beeindruckt mit Naturphänomenen. Unsere Reise auf der Südinsel fortsetzend, sahen wir zahlreiche türkisblaue Seen, sich darin spiegelnde mit Schnee bedeckte Gebirgsketten, weite karge Wiesen, von grünen Wäldern überzogene Hügel und natürlich Schafe. (Auf jeden der ca. 4,8 Mio. Einwohner Neuseelands kommen 8 Schafe.) Der für mich schönste Ort war der mitten in der Natur gelegene Lake Tekapo. Von dem daneben liegenden Mt. John hatte man einen wunderschönen 360°-Panorama-Blick auf die kilometerweite Seen- und Gebirgslandschaft. Die Südinsel Neuseelands ist wirklich ein hübsches, ruhiges Fleckchen Erde und der ideale Ort, um atemberaubende und weitestgehend unberührte Natur bestaunen zu können. 
 
 
 

Den Abschluss unserer Reise bildete u.a. der Besuch der steilsten Straße der Welt – der Baldwin-Street in Dunedin – mit einem Winkel von 19,3 Grad bzw. einer 35%- Steigung. Mit Schwung kann es das ein oder andere Fahrzeug bis hoch schaffen. Den Camper haben wir dann aber doch lieber unten stehen lassen. :)
 

Bald heißt es von meinen Freunden und dem winterlichen Neuseeland Abschied zu nehmen und ab ins Warme. Auch wenn die 3 Wochen Camping zur hier kältesten Jahreszeit jeden Schnupfen wert waren, lasse ich mir jetzt erstmal die Sonne auf den Bauch scheinen. Nächster Halt: Fidschi-Inseln!!!

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